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Collegium Vocale

Blieskastel

Pressespiegel 2004/2005

Ältere Kritiken gibt es hier.


Dez. 2005:  Händel Messias

Großes Hörerlebnis

Zu seinem 15-jährigen Bestehen glänzte das Collegium Vocale Blieskastel am vergangenen Samstagabend in der vollbesetzten Kirche St. Mauritius in Lautzkirchen mit einer herausragenden Aufführung von Händels "Messias". Chor, Solisten und Orchester musizierten unter der Gesamtleitung von Christian von Blohn.

Mit einer glanzvollen Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel, in der einfach alles stimmte, feierte am Samstagabend das Collegium Vocale Blieskastel sein 15-jähriges Bestehen in der Kirche St. Mauritius in Lautzkirchen. Die mehrere Hundert Besucher in der vollbesetzten Kirche hörten einen mit äußerster Präzision singenden Chor, glanzvolle Solisten und ein sensibel spielendes Orchester, alles unter der Leitung von Christian von Blohn.

Dieser hatte für die Wiedergabe des Oratoriums mit der erschütternden Gestaltung des Lebens des Messias vom Weihnachtszauber bis zum bitteren Kreuz auf Golgotha die Originalsprache Englisch gewählt. Das Werk wird neben den großartigen Chorstellen wesentlich von den Solisten gestaltet und hier hatte von Blohn mit der Auswahl eine besonders glückliche Hand. Glanzvoll strahlende Solopartien hörte man von allen, insbesondere vom die Altpartien singenden Countertenor Alexander Gorbatenko aus St. Petersburg. Mit seiner herrlich warm und bis in die höchsten Höhen glockenrein klingenden Stimme gestaltete er seine Rezitative und Arien, nichts äußerlich, alles von innen kommend, mit innigem Ausdruck "Er weidet seine Herde" und ergreifend und wie mitfühlend "Er ward verschmähet". Ebenso gestaltete Sabine von Blohn mit ihrem klaren, hellen, leuchtenden und doch kräftigen Sopran ihre Arien wie "Frohlocke, Tochter Zion" mit perlenden Koloraturen und ergreifend "Ich weiß, dass mein Erlöser lebet".

Dem Tenor Algirdas Drevinskas merkte man, wie bei Sabine von Blohn, die Bühnenerfahrung an, er gestaltete seine Partien kräftig, offen und dynamisch mit starker, kerniger Stimme, und dies schon zur Eröffnung mit "Tröstet mein Volk". Schön gestaltete er seine Arie "Doch Du ließest ihn nicht im Grab". Mit etwas tieferen Timbre hätte man sich den Bassisten Professor Matthias Weichert, Mitglied im Leipziger Thomanerchor und auf vielen bekannten Bühnen aufgetreten, bei den Arien "Warum toben die Heiden" und "Seht, ich verkünde euch ein Geheimnis" gewünscht. Er ließ sie und seine anderen Gesänge aber mit kräftigem und kernigen Bass erschallen und konnte insbesondere beim "Denn siehe, Dunkelheit bedeckt die Erde" gestalten.

Zu diesem Glücksfall von Solisten war der Chor das passende Pendant. Bestens einstudiert präsentierte er sich als ein sicher, kultiviert, äußerst sauber, homogen und flexibel singendes Ensemble. Begeisternd klangen die bis in die höchsten Höhen sicher und glockenrein singenden Soprane mit ihren meist jugendlich-leuchtenden Stimmen, etwa bei "Und er wird reinigen", beim weihnachtsseligen "Denn es ist uns ein Kind geboren" und beim Jubelchor "Ehre sei Gott". Vorbildlich exakte und perlende Koloraturen in allen Stimmen machten die Aufführung zum Erlebnis.

Alle Chöre waren kultiviert gestaltet, Höhepunkte dabei aber waren das leicht wie schwebend gehaltene "Sein Joch ist leicht", das mit straffem Tempo angegangene "Wahrlich" und das locker und wie hüpfende "Wir alle irrten wie Schafe" oder die hell und sauber strahlenden, gestochen scharfen Soprane beim "Hoch tut euch auf", die auch beim spontanen Applaus auslösenden "Halleluja" begeisterten. Zu loben ist auch die von allen durchgehaltene Intensivität der Stimmen bis zum Schlusschor "Würdig ist das Lamm", in dem von Blohn nochmals die ganze Kraft und Schönheit der Stimmen aufleuchten ließ. Der Chor war ein stets fügsames Instrument in der Hand des Dirigenten, aber auch das Orchester aus Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, das mit edler Tongebung und immer sicher auf Taktwechsel eingehend die Musik des eindrucksvollen Werks interpretierte. Jörg Abbing spielte auf der Orgel die Begleitung mit. Das Collegium Vocale hat sich ein würdiges und begeisterndes Geburtstagsgeschenk gemacht und den Hörern ein bleibendes Hörerlebnis beschert. Minutenlange, stehende Ovationen waren Dank und Anerkennung für eine denkwürdige Aufführung, die mit der Wiederholung des "Halleluja" als Zugabe endete. 

Wolfgang Dörr, Saarbrücker Zeitung


Juli 2005: Bach h-Moll-Messe

Entrückt in die Welt der tiefen Gefühle

Die „Hohe Messe in h-Moll“ von Johann Sebastian Bach präsentierten das Collegium Vokale Blieskastel und Mitglieder des SR-Orchesters in der St. Ingberter Hildegardkirche. Eindrucksvoll arbeiteten die Akteure den für die Messe charakteristischen Gegensatz zwischen den glanzvollen katholischen Parts und dem eher stillen, innerlichen Wesen des Protestantischen heraus.

Ein bestens einstudiertes und hochmotiviertes Collegium Vokale Blieskastel, vier Solisten, Mitglieder des SR-Orchesters und strahlender Trompetenklang verliehen am frühen Sonntagabend der Aufführung der „Hohen Messe in h- Moll“ von Johann Sebastian Bach in der Hildegardkirche Glanz und feierliche Hochstimmung. Das warme Wetter hielt weder die Zuschauer ab, noch minderte es die Qualität der Aufführung, erschwerte aber die Arbeit aller Beteiligten. Zu bewundern war dabei die ausdauernd hohe Qualität des Chores bis zum Ende, der den Löwenanteil an dem Werk von zweieinviertel Stunden Dauer zu bewältigen hatte. Zu bewundern war aber auch Christian von Blohn, der zwar viel unter der Hitze litt, aber unermüdlich bis zum Schlusstakt fast jeden Ton auszudirigieren schien und jeden Einsatz gab.

Unter ihm können sich Sänger und Instrumentalisten einfach sicher fühlen. Das müssen sie auch bei einem solchen, alles fordernden Werk. Sind schon die Choräle und fugierten Sätze in den Kantaten nicht einfach zu singen, so fordert die h-Moll- Messe noch mehr; besteht sie doch aus dem Kontrast der Darstellung des Glanzvoll-Prächtigen des Katholischen Glaubens und des subjektiven innerlichen Wesens des Protestantischen.  Beides geht nebeneinander her, löst sich ab und vermischt sich nicht. Dabei ist die Messe von ergreifender Einfachheit. Gleich beim ersten Akkord des Kyrie entrückte der Chor die Hörer in die Welt der tiefen Gefühle, die sie bis zum Schlussakkord des „Dona nobis pacem“ erlebten. Dabei gestaltete der Chor die glanzvollen „katholischen“ Stellen mit mächtig strahlendem Chorklang, sauberster Intonation selbst der höchsten Stellen in Sopran und Tenor, dank vieler jugendlicher Stimmen beweglich und frisch. Einen jubilierenden Glanz verliehen die Trompeten dem Werk, insbesondere der Star-Solotrompeter Reinhold Friedrich mit seiner Bachtrompete. 

Aber ebenso innig und betrachtend gestaltete das Collegium Vokale Blieskastel die „evangelischen“ Teile, wie das „Crucifixus“, wobei Bach ein Thema aus seiner Kantate „Weinen, Klagen“ verwendet hat. Die Einsätze der Männerstimmen kamen klar und sicher. Mit viel Engagement und innerem Mitgehen sang Eva Leonardy ihre Sopransoli. Harmonisch und ausgewogen im Klang kamen die Duette mit dem Alt, wobei Claude Eichenberger ihre kräftige Stimme mit strahlender Höhe, die sie bei ihren Soli einsetzte, fein anpasste. Thomas Ströckens ist kein Unbekannter in St. Hildegard, hat er doch in letzter Zeit mit seinem schlanken und in der Höhe strahlenden und im Piano schönen weichen Tenor etliche Werke mitgestaltet.  Seinen kräftigen, elastischen Bass mit warmen Timbre konnte Matthias Seidel-Stollberg in der h-Moll- Messe nur in zwei Arien einsetzen.

Die Glanzpunkte setzte der Chor.  In den oft langen Chorpartien wogte der prächtige Klang auf und ab. Ein solches Werk kann aber auch nur von einem so geschulten Chor in dieser Vollendung interpretiert werden.  Stehende Ovationen zum Abschluss waren die Anerkennung für diese großartige Leistung der Sängerinnen und Sänger, aber auch für ein vorzüglich begleitendes Orchester mit seinen Instrumentalsolisten.  

Wolfgang Dörr, Saarbrücker Zeitung


Nov. 2004:  Bruckner Messe f-moll, Te Deum
Frömmigkeit dringt durch den Gesang


  Das Konzert in der St. Ingberter Kirche St. Hildegard mit dem Chor der Kirche unter der Leitung von Christian von Blohn überzeugte das Publikum am Samstagabend restlos. Als Solisten waren (rechts im Bild, von links) Eva Leonardy (Sopran), Marion Thienel (Alt), Wolfram Wittekind (Tenor) und Siegmund Nimsgern (Bariton) dabei. Foto: Dörr

Rasend schnelle Chorpassagen und Instrumentenläufe sowie ein mit Wagnerisch berauschender Farbigkeit aufspielendes Orchester machten die Aufführung der Messe f-Moll und des Te Deum Anton Bruckners am Samstag zum Ereignis. Das Publikum war begeistert.

(...) Dass die Konzerte in der Hildegardkirche unter Leitung von Christian von Blohn immer ein besonderes Erlebnis sind, hat sich schon lange herumgesprochen, wie der Besucherandrang beweist. Und so war die Kirche bereits lange vor Beginn des Konzertes voll besetzt. Dieses Konzert ragte aber unter allen durch die Macht seiner musikalischen Aussage und die hoch stehende und harmonische musikalische Qualität der Aufführung heraus. (...)  

Dass dabei der Sopran, auch dank der vielen jugendlichen Stimmen vom Collegium Vocale, so sauber bis in die höchsten Höhen kam, verdient besonderes Lob, ebenfalls die gute Aussprache vom ganzen Chor. Das schnell angegangene und vorandrängende Tempo durchzuhalten, ermöglichte von Blohn durch sein eindeutiges und klares Dirigat, dass er dank seiner großen Hände und langen Arme auch ohne Taktstock ungemein präzise angab.

So kam dann eine Gesamtleistung aller zu Stande, wie man sie hier schon lange nicht mehr gehört hat und bei der trotz aller Monumentalität der Musik die schlichte und tiefe Frömmigkeit Bruckners hörbar wurde.

Nach der wundervoll im Gleichgewicht schwingenden Thematik der f-Moll-Messe erstrahlte das Te Deum mit seiner kühnen Harmonik herrlich urtümlich, (...) . Hier übertraf sich der Chor fast noch gegenüber der Messe: sauberste Intonation, klare textliche und musikalische Interpretation. Eine großartige Leistung, wurden die Werke doch in nur drei Monaten einstudiert! Es war ein Fest für die Ohren, vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht.  
Wolfgang Dörr, Saarbrücker Zeitung

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